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8.1 Masse, Dichte, Massenmittelpunkt

Quelle: Themenpool §8 · Mitschrift §4.4.1 (Masse/Dichte) · §4.2 (Massenmittelpunkt)

Masse

Die Masse (m) ist eine Grundgröße aller Körper. Sie wird durch zwei Merkmale definiert:

Träge Masse mt — der Widerstand gegen eine Bewegungsänderung (gegen Beschleunigung). Schwere Masse ms — die Eigenschaft, andere Massen über die Gravitation anzuziehen.

Beide sind exakt gleich groß: mt=ms (Äquivalenz). Das ist der tiefere Grund, warum im Vakuum alle Körper gleich schnell fallen (siehe 8.2).

Masse ≠ Gewicht: Die Masse ist überall gleich. Das Gewicht G=mg ist dagegen ortsabhängig — auf dem Mond ist es nur ~1/6 des Erdgewichts, die Masse bleibt aber dieselbe.

Warum ist mt=ms mehr als ein Zufall? Begrifflich sind das zwei völlig verschiedene Eigenschaften (Widerstand gegen Beschleunigung vs. Gravitationswirkung) — dass sie exakt gleich groß sind, bleibt in Newtons Mechanik ein unerklärter Befund. Erst Einstein erhob die Gleichheit zum Äquivalenzprinzip und baute darauf die allgemeine Relativitätstheorie auf (siehe Äquivalenzprinzip, Thema 11).

Problem der Masse (echte Prüfungsfrage): Woher kommt die Masse überhaupt? Antwort der Teilchenphysik: aus der Kopplung an das Higgs-Feld2012 am CERN (ATLAS & CMS) wurde das Higgs-Teilchen nachgewiesen (siehe Thema 10 §10.5). Original-Satz des Professors: „Der Begriff der Masse könnte sich ändern." — Physikalische Begriffe sind nicht in Stein gemeißelt, sie werden mit der Entwicklung der Physik neu gefasst (so wie „Zeit" und „Gleichzeitigkeit" durch die Relativitätstheorie umgeschrieben wurden).

Dichte

Die Dichte ρ (gr. rho) gibt an, wie viel Masse in einem Volumen steckt:

ρ=mV
SymbolBedeutungEinheit
ρDichtekg/m³
mMassekg
VVolumen

✎ Die Dichte eines Stoffes hängt von der Masse der Atome und vom Abstand zwischen ihnen ab — je schwerer die Atome und je dichter gepackt, desto größer ρ.

Massenmittelpunkt

Der Massenmittelpunkt ist der Punkt, in dem man sich die gesamte Masse vereinigt denken kann (Mittelwert aller Massenpunkte, nach Masse gewichtet). Sein Nutzen: Der Massenmittelpunkt bewegt sich genau so, als ob die ganze Masse in ihm säße und alle äußeren Kräfte dort angriffen. Wirkt keine äußere Kraft, dann gilt für ihn der Trägheitssatz (das 1. Newton'sche Axiom, siehe §8.3): seine Geschwindigkeit bleibt konstant oder null. Bei einer gleichförmigen Bewegung beschreibt er daher eine gerade Bahn, während alle anderen Punkte des Körpers um ihn herum rotieren können (z. B. ein geworfener Hammer: der Schwerpunkt fliegt auf einer glatten Parabel, der Kopf trudelt darum).